Zwischen Familie, Essen und Feiern – Laufen an Weihnachten?

Für die meisten Menschen steht Weihnachten für die Geburt Jesu Christi, das größte Familienfest des Jahres, viele Geschenke und nicht zuletzt jede Menge gutes Essen. Der eine oder andere bekommt da schon einmal Panik vor dem nächsten Gang auf die Waage – erst recht, wenn er sein Sportpensum ohnehin schon hat schleifen lassen.

Nicht an Weihnachten wird man dick…

Zunächst einmal nehmen die wenigsten Menschen über Weihnachten zu, sondern im Rest des Jahres. Zur Verdeutlichung: Um ein Kilogramm Körperfett zuzulegen, muss man schon 7.000 kcal extra zu sich nehmen. Das ist an einem einzigen Tag kaum möglich. Und auch, wenn man die drei Tage von Heiligabend bis zum 2. Weihnachtstag als Maßstab nimmt, entspricht das immer noch mehr als 2.300 kcal extra am Tag. Es ist also schon eine „Leistung“, an den Festtagen mehr als Kilogramm zuzunehmen. Im Grunde kann man also über Weihnachten ruhig einen Gang rausnehmen – und muss nicht wirklich einen Gang auslassen.

Ruhe nutzen und sportlich durchschnaufen

Und doch sind die Feiertage eigentlich perfekt, um die eine oder andere Sporteinheit einzulegen. Immerhin steht der Alltag still, überall kehrt Ruhe ein. Einkaufen ist tabu, und abgesehen von bemitleidenswerten Taxifahrern, Ärzten oder Tankstellenmitarbeitern arbeitet kaum jemand. Diese Auszeit kann man dazu nutzen, seinem Körper etwas Gutes tut. Auch wenn der eine oder andere einwenden mag, dass die Feiertage ganz der Familie gehören sollten, tut man niemandem weh, wenn man die Laufschuhe schnürt, während die anderen ein Verdauungsnickerchen machen oder gar früh morgens noch in den Federn liegen. Außerdem ist Sport nicht nur gut fürs Gemüt, sondern schafft auch Kapazitäten für die noch anstehenden opulenten Mahle. Ich werde auf jeden Fall ein- oder zweimal die Laufschuhe schnüren.

Laufen ist für solche Fälle wohl am besten geeignet: Auch wenn man – so wie ich – über Weihnachten irgendwo zu Besuch ist, findet man immer eine Laufstrecke. In meinem Fall sind es sogar meine guten alten Hausstrecken, auf denen ich vor meinem Umzug nach Köln jahrelang unterwegs war und zu denen ich eine beinahe sentimentale Beziehung habe.

Laufen ist außerdem auch bei Schnee noch gut möglich, und Laufschuhe und -kleidung nehmen in der Reisetasche kaum Platz weg. Aber auch eine Krafteinheit ist ohne Weiteres möglich. Viele Kraft- oder Stabilisationsübungen (Liegestützen, Crunches, Dips, Strecksprünge, Kniebeugen, Ausfallschritte, Seitstütz, Brett etc.) kann man in vielen Variationen allein mit Eigengewicht absolvieren.

Studie: Nicht zu lange Sportpausen einlegen

Es gibt auch ein paar wissenschaftliche Fakten, die dafür sprechen, über Weihnachten Sport zu treiben. So hat eine Studie der University of Ohio gezeigt, dass der Körper bereits nach wenigen Tagen Sportpause den verminderten Aufwand registriert und sogleich die Belastungsfähigkeit herunterschraubt. Wer also zwischen Weihnachten und Silvester nicht zum Sport kommt und erst im neuen Jahr wieder anfängt, sollte dem Rechnung tragen und etwas gemäßigter trainieren. Ansonsten muss er sich nicht über das eine oder andere Zipperlein wundern.

Motivation schaffen zum Sport an den Festtagen

Bei manch einem ist – Achtung, Phrase – der Geist willig, aber das Fleisch schwach. Hier ist es ratsam, sich einen Anreiz zu schaffen. Wer sich zu Weihnachten etwa eine neue Pulsuhr oder Sportkleidung schenken lässt, möchte sie meistens auch sofort ausprobieren.

Ansonsten ist man gut beraten, sich nicht eine bestimmte Zahl an Trainingstagen zum Ziel setzt, sondern ein bestimmtes Pensum, z.B. 15 Kilometer über die Weihnachtsfeiertage. So kann man sein Ziel immer noch erreichen, wenn man eine planmäßige Einheit einmal sausen lässt.

Populär sind auch Weihnachts- und Silvesterläufe. Wer hier mitmacht, hat sein Sportpensum quasi schon absolviert, bevor es mit dem Feiern losgeht. Außerdem hat man es sich dann auch so richtig verdient, beim Buffet etwas kräftiger zuzulangen. Aufgrund meines langsamen Formaufbaus verzichte ich aber dieses Jahr darauf. Im Wettkampf kann ich es nun mal nicht gemütlich angehen lassen. Aber genau das steht gerade auf meinem Programm, um dauerhaft schmerzfrei zu bleiben.

Allen ein frohes Fest!

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