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Läufer-Diarrhoe – Es läuft und läuft

Vor allem Läufer klagen während des des Sports häufig über Magen-Darm-Problemen. Ein Patentrezept gegen die so genannte Läufer-Diarrhoe gibt es bisher noch nicht, denn die Ursachen können vielfältig sein.

Athleten freuen sich normalerweise, wenn es bei ihnen läuft – zumindest in sportlicher Hinsicht. Meldet sich während des Sports jedoch der Magen-Darm-Trakt, sieht das schon ganz anders aus. Studien zufolge hat jeder dritte Läufer schon einmal Erfahrungen mit der so genannten „Runner’s Diarrhoe“ gemacht. Und immerhin rund ein Viertel aller Langstreckenläufer litt unmittelbar nach einer langen Trainingseinheit oder einem Wettkampf schon einmal an Durchfall.

Läufer-Diarrhoe: ein Problem, viele mögliche Ursachen

Theorien, warum vor allem Läufer von diesem Phänomen betroffen sind, gibt es viele. Zweifelsfrei bewiesen ist letztlich noch keine. Zumindest bei einem Teil der Betroffenen lässt sich die Ursache sicher bestimmen: Eine weiterführende Untersuchung hat nämlich gezeigt, dass jeweils rund 15 Prozent der betroffenen Sportler ohne ihr Wissen laktoseintolerant waren bzw. am Reizdarm-Syndrom litten. Weitere 25 Prozent ernährten sich zu ballaststoffreich. Diese drei Faktoren erhöhen das Durchfallrisiko. Gerade vor Wettkämpfen spielt auch die Nervosität eine Rolle. Doch das erklärt leider nicht alle Fälle von Läufer-Diarrhoe. Es bleiben immer noch Fragezeichen.

Ist die Durchblutung schuld?

Eine mittlerweile weit verbreitete Hypothese besagt, dass das Blut beim Sport in den Muskeln benötigt wird, weswegen der Verdauungstrakt deutlich schlechter durchblutet wird als im Ruhezustand. Dies könnte nach der Einschätzung vieler Wissenschaftler zu einer Störung des Darmtraktes führen und somit für Durchfall oder Krämpfe verantwortlich sein.

Für diese These könnte auch sprechen, dass gerade dehydrierte Sportler vermehrt unter Verdauungsbeschwerden leiden. Dem könnte man jedoch sehr einfach vorbeugen, nämlich durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor und während des Sports. Allerdings – und das spricht gegen diese Hypothese – leiden Läufer viel stärker unter der nach ihnen benannten Diarrhoe. Radrennfahrer etwa leiden dagegen deutlich weniger unter Durchfall und Krämpfen, obwohl bei ihnen eine Dehydrierung genauso möglich ist.

Auch Vibrationen beim Laufen könnten Erklärung sein

Daher kursiert nun in der Fachwelt auch die Vermutung, dass die spezifische Belastung beim Laufen, also die ständigen Vibrationen und das Auf und Ab, den Magen-Darm-Trakt in Turbulenzen versetzen und so die Beschwerden hervorrufen könnte. Hierfür gibt es sogar schon einen Fachausdruck, man spricht vom „caecal slap syndrom“.

Was tun bei Läufer-Diarrhoe?

Die Medizin steht also noch vor einigen Rätseln, was das Thema Verdauungsstörungen bei Läufern angeht. Ein Besuch beim Arzt ist auf jeden Fall ratsam, wenn man zu den Betroffenen gehört. Allein schon, um eine Laktoseintoleranz oder Ähnliches auszuschließen. Der Fachmann kann zudem auch untersuchen, ob der Sportler vielleicht zu viel Magnesium, Vitamin C oder Medikamente mit abführender (Neben-)Wirkung zu sich nimmt.

Es mag sich zwar banal anhören, aber auch feste Gewohnheiten beim Stuhlgang könnten helfen. Denn wenn nichts mehr im Darm ist, was unbedingt raus muss, sollte man auch unter sportlicher Belastung ein paar Stunden lang sorgenfrei sein. Allerdings spielen hier Biorhythmus und Gewöhnung eine große Rolle.

Ein weiteres Hausmittel wäre der Verzehr von Kleie ein paar Stunden vor dem Lauf, zum Beispiel untergemischt ins Müsli. Kleie ist in der Lage, die Flüssigkeit im Darm zumindest in Teilen aufzunehmen.