Die unendliche Geschichte – Das Schienbein schlägt zurück

Da lief es noch. Bildquelle: Christian Riedel
Unzählige Arztbesuche, dehnen, kräftigen, Körperstatikvermessung, Bewegungsanalyse, maßgefertigte Einlagen, Laufstilumstellung – mittlerweile habe ich das ganze Spektrum ausgeschöpft, und doch melden sich meine Schienbeinschmerzen wieder zurück. Es ist fast wie in einem schlechten Film.

Da steh ich nun. Laufbuchautor, freier Autor für verschiedene Lauf- und Sportmagazine– und last but not least Laufinvalide. Im Kalenderjahr 2011 habe ich keine zehn Trainingsläufe absolviert. Trotzdem bin ich wieder vom Schienbeinkantensyndrom geplagt, das ja normalerweise als Überlastungsreaktion gilt.

In der Theorie weiß ich über Vieles Bescheid, doch dass die Realität manchmal eine ganz andere ist, wird mir momentan bitter vor Augen geführt. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man gerade am Kapitel „Wettkampf“ für ein Laufbuch schreibt, welches im Frühjahr erscheinen wird, und darin die Werbetrommel für das Laufen rührt. Wenn man erklärt, was man bei einem Wettkampf beachten sollte, wie man sein Rennen planen sollte und was für ein tolles Gefühl es ist, das Ziel zu erreichen.

In solchen Momenten tauchen vor meinem inneren Auge wieder meine eigenen Wettkämpfe auf. Es sind tolle Erinnerungen, die allerdings bald darauf von dem Wissen verdrängt werden, dass ich in den letzten 8 Monaten kaum schmerzfrei trainieren konnte – an eine Wettkampfteilnahme ist unter solchen Umständen schon gar nicht zu denken. Dabei hatte ich für 2011 eigentlich große Pläne: Ein paar 10km-Rennen, einen oder zwei Halbmarathons und dann als Saisonhöhepunkt ein Herbst-Marathon im Ausland. Mein alter Traum von New York ist immer noch da, doch je länger ich pausieren muss und je heftiger meine Schmerzen wiederkehren, desto mehr muss ich mich wohl damit abfinden, bald ein Laufjournalist zu sein, der weniger Kilometer zu Stande bringt als die meisten seiner Leser.

Andererseits: Waldemar Hartmann spricht auch über Fußball, obwohl er so aussieht, als hätte er seit 30 Jahren nicht gegen das Leder getreten… Aber im Ernst: Nachdem ich nun zum x-ten Mal in meinem Leben eine mehrwöchige Pause einlege, werde ich mich nach neuen Möglichkeiten umsehen. Ich WILL weiterlaufen und werde Wege finden. 25 Jahre ohne Probleme, und dann in den letzten vier Jahren ein Mix aus Schmerzen, beschwerdefreiem Training und noch größeren Schmerzen – das kann es nicht gewesen sein.

Ein Kommentar

  1. Michael sagt:

    Machst du regelmäßig Lauf ABC? Hüft- und Stabiübungen?
    Diese sind sehr wichtig, weil sonst beim Laufen alles unrund ist.

    Seit dem ich das mache, bin ich fast schmerzfrei. Hatte auch Schienbeinschmerzen, wenn ich immer sehr schnell gelaufen bin. Aber die obengenannten Übungen musst du mal machen. Bringt wirklich was.

    LG
    Michael

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