Archiv für Equipment

Laufsocke P.A.C. Running Light – Sitzt, wackelt nicht und spendet Luft

P.A.C. Running Light black

P.A.C. Running Light black

Die Füße sind das sensibelste Körperteil beim Laufen. Auf der Suche nach einem perfekten „Mittler“ zwischen Fuß und Laufschuh habe ich die Laufsocke P.A.C. Running Light getestet.

Viele Laufsocken bestehen aus einem Gemisch von zwei, vielleicht drei verschiedenen Kunstfaser-Materialien. Die Laufsocke P.A.C. Running Light bietet gleich fünf unterschiedliche Mischungen: 28% Polypropylen, 28% Polyacryl, 24% Polyamid Microlon, 18% Polyamid und 2% Elasthan – quasi reinste Kunstfaser in Sockenform. Das hat mich neugierig gemacht.

Fünf Kunstfasern für mehr Tragekomfort und Leistung

Ich habe diese kurze Laufsocke bewusst ausgewählt, weil es mir Kompressionsstrümpfe trotz mehrmaliger Versuche nicht wirklich angetan haben und ich lieber auf Urtümlichkeit setze. Ein kurzes, gut sitzendes Paar Socken, das im Knöchelbereich abschließt, ist für mich einfach ideal. Zudem ist die P.A.C. Running Light mit 9,95 Euro durchaus als Schnäppchen zu bezeichnen. Für Laufsocken oder -Strümpfe kann man leicht auch das Doppelte oder Dreifache ausgeben.

Neben dem schlichten Design haben die P.A.C. Running Light bereits beim Anziehen Pluspunkte bei mir gesammelt. Die Socken, die sowohl anatomisch auf Männer- und Frauenfüße als auch explizit auf den linken und rechten Fuß angepasst sind, schmiegen sich fast wie eine zweite Haut um den Fuß.

Schnelles Anziehen, tolle Schweißabsorption

Lästiges Justieren, das man besonders von Kompressionssocken kennt, entfällt bei diesem Modell. Im Gegenteil: Die P.A.C. Running Light Laufsocke ist sofort einsatzbereit und damit beispielsweise auch für Triathleten gut geeignet, die beim Wechseln vom Schwimmen aufs Radfahren und anschließend aus Laufen wenig Zeit zu verlieren haben.

Neben dem angenehmen Tragegefühl beim Anziehen ist auch die Funktionalität während des Trainings positiv hervorzuheben. Beim Dauerlauf wie auch beim Tempotraining zwickt und scheuert nichts bei den P.A.C. Running Light Laufsocken. Die nicht unerhebliche Menge produzieren Schweißes bei einem Intervalltraining wurde rasch aufgenommen, zugleich fühlt sich das Klima im Schuh angenehm angenehm und trocken an. Kontrolle und Kraftübertragung waren auch dank flexibler Channels zu jeder Zeit gegeben. Stark!

Schnell wieder getrocknet

Nach dem Laufen ist vor dem Laufen. Und seit dem Kunstfaser-Zeitalter muss man beileibe nicht mehr lange warten, bis das Lieblingsshirt und die Lieblingshose nach dem Waschen wieder luftgetrocknet sind. Die P.A.C. Running Light Laufsocke unterbietet meine Erfahrungswerte mit vielen Funktionsklamotten aber nochmals: Bereits drei Stunden nach dem Waschen waren die Socken beim Lufttrocknen im Keller wieder frisch und einsatzbereit.

Fazit: Die P.A.C. Running Light Laufsocke bietet zum vergleichsweise kleinen Preis ein tolles Paket für den ambitionierten Läufer. Gerade im Sommer, wenn der Schweiß nur so läuft, dürften diese Socken ihre Vorteile des schnellen Trocknens und der perfekten Passform optimal ausspielen. Aus meiner Sicht ist P.A.C. hier eine tolle, puristische Socke für Training und Wettkampf gelungen.

Die richtige Laufbekleidung im Herbst

„Zu kalt, zu nass, zu ungemütlich“ gilt nicht. Wer im Herbst läuft, stärkt das Immunsystem, setzt Glückshormone frei und tut etwas für die schlanke Linie. Mit der richtigen Laufbekleidung kann dir das Herbstwetter nichts anhaben.

Der Schlüssel im Herbst lautet, mehrere Schichten zu tragen. Durch das „Zwiebelprinzip“ bleibt die Wärme im Körper, zugleich wird der Schweiß von der Haut weggeleitet.

Trage als unterste Schicht ein eng anliegendes Funktionsoberteil. Dieses transportiert den Schweiß vom Körper weg. Darüber solltest du je nach Temperatur etwas weiteres, leicht gefüttertes Langarmshirt oder eine Laufjacke tragen, sodass deine Körperwärme – vergleichbar mit einer Bettdecke – zwischen den Schichten gespeichert werden kann.

Nicht zu warm anziehen

Ideal sind Laufjacken und Oberteile mit Windstopper-Einsatz. Bei Niederschlag solltest du aus naheliegenden Gründen eine leichte Regenjacke als oberste Schicht tragen. Eine dritte Lage am Oberkörper wird je nach individuellem Empfinden oft erst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nötig.

Zieh dich also nicht zu warm an. Wer sofort nach dem Loslaufen schwitzt, trägt eine Schicht zu viel bzw. ein zu dickes Oberteil. Ideal gekleidet ist, wer zu Beginn ein leichtes Kältegefühl verspürt. Oft stellt sich nach fünf bis zehn Minuten dann eine angenehme Belastungstemperatur ein.

Beim Beinkleid ist die Wahl relativ einfach: Je nach Temperatur und Kälteempfindlichkeit bist du mit einer 3/4-Tight, einer langen Tight oder einer weiten, langen Laufhose aus Polyester/Polyamid für Temperaturen bis knapp unter 0°C perfekt ausgerüstet.

Handschuhe und Mütze

Besonders die Finger fangen im Herbst schnell an zu frieren. Je nach Kälteempfinden solltest du bereits bei gefühlten Temperaturen von 10°C leichte Sporthandschuhe tragen.

Mütze oder Beanie können ab 5 bis 10°C ebenfalls nicht schaden. Darunter sind sie fast Pflicht. An „klassischen“ Herbsttagen ist es dagegen oft noch mit einer Kappe oder einem Stirnband getan.

Der richtige Laufschuh für den Herbst

Herbstzeit ist Trailrunning-Zeit. Wer im Wald oder auf Feldwegen unterwegs ist, muss sich auf Pfützen und rutschige, teils auch tiefe Böden gefasst machen. Trage daher möglichst spezielle Trailrunningschuhe mit einer robusten Sohle und einem wasserresistenten Obermaterial, das die Füße zumindest in einem gewissen Umfang vor Spritzwasser schützt.

Auch Asphaltläufer sollten ihre Schuhwahl im Herbst überdenken. Die Kombination aus heruntergefallenem Laubwerk und Nässe macht auch asphaltierte Wege schnell zu einer Rutschbahn. Lass im Herbst den Barfußschuh oder den Lightweight Trainer öfters mal im Schrank und greif auf robustere Trainingsschuhe zurück. Passe außerdem deinen Laufstil und die Geschwindigkeit der Witterung und den Bodenverhältnissen an.

Sichtbar bleiben: Reflektoren und Lampen tragen

Ein wichtiger Faktor im Herbst ist auch das Sehen und gesehen werden. Da es schon am frühen Abend dunkel wird, solltest du das Haus nie ohne Stirnlampe, Reflektorbänder und/oder eine Leuchtweste verlassen.

LED-Lampen leuchten den Weg bis zu 15 Meter weit aus und können dich so vor Stolperfallen bewahren. Reflektoren machen dich für motorisierte Verkehrsteilnehmer weithin sichtbar.

Typfrage – Der perfekte Laufschuh

Jeder Laufschuh ist anders. Kein Wunder, dass viele Läufer mehrere Paare im Schrank haben. Doch welcher Laufschuhtyp passt für welchen Typ Läufer?

Moderne Laufschuhe sind Präzisionswerkzeuge. Die Auswahl ist ebenso groß, wie die Möglichkeiten. Kein Wunder, dass viele Läufer mehrere Paare im Schrank haben. Doch welcher Laufschuhtyp passt für welchen Typ Läufer?

Neutralschuhe: Der leichte Allrounder

Wie der Name schon sagt, sind Neutralschuhe so gebaut, dass sie den Fuß in keinerlei Führung zwingen und ein natürliches Abrollen ermöglichen. Wer seit ein paar Jahren läuft und nie Probleme hatte, darf sich normalerweise zur Gruppe der Neutralläufer zählen. Neutralschuhe sind gut gedämpft und verhältnismäßig leicht, weswegen sie der perfekte Trainingsschuh für die meisten Läufer sind.

Stabilschuhe: Der schwere Allrounder

Wer zu den schwereren Läufern im Lande zählt (80 kg + x) sollte lieber zu einem Stabilschuh greifen. Auch dieser Schuhtyp kommt ohne Führungselemente aus. Der große Unterschied zu einem Neutralschuh besteht in der stärkeren Dämpfung. Außerdem sind Stabilschuhe einen Tick robuster gebaut, weswegen sie auch ein paar Gramm mehr auf die Waage bringen.

Bewegungskontrollschuhe: Nicht immer die beste Lösung

Läufer mit starken Fehlstellungen (Überpronation bzw. Supination) setzen häufig auf einen Bewegungskontrollschuh. In die Zwischensohle eingearbeitete Stützen sollen den Fuß beim Aufsetzen in eine “gesunde“ Position bringen. Das Prinzip ist einleuchtend: Wer überproniert, benötigt einen Schuh mit einer Stütze innen. Wer supiniert, braucht die Stütze außen. Allerdings sind Bewegungskontrollschuhe nicht unumstritten. Immer mehr Biomechaniker und Sportwissenschaftler glauben, dass Bewegungskontrollschuhe die Problematik der Fehlstellung sogar noch verschlimmern können.

Anstatt bei Problemen auf Verdacht auf einen Bewegungskontrollschuh umzusteigen, solltest du besser zunächst einen Sportarzt oder einen Orthopäden konsultieren. Erkennt der tatsächlich einen Hang zu Überpronation oder Supination, ist eine individuell angepasste Einlage – in einem Neutral- oder Stabilschuh getragen – oftmals die bessere Alternative.

Wettkampfschuhe: Kein Muss

Wie der Name schon sagt, sind Wettkampfschuhe für den Einsatz am Tag X gedacht. Dieser Schuhtyp ist vor allem auf Gewichtsersparnis ausgelegt, weswegen bei vielen Modellen auf Dämpfungselemente verzichtet wird. Dass alle Top-Leute auf der Marathonstrecke einen solchen Schuh tragen, sollte dich nicht irreführen. Für einen Hobbyläufer tun es normalerweise auch leichte, bequeme Neutralschuhe – zumal sich der Körper auch erst an das Laufen mit minimaler Dämpfung gewöhnen muss. Ansonsten drohen schnell Überlastungserscheinungen. Wichtig: Im Wettkampf niemals ein brandneues Paar einsetzen. Ein paar beschwerdefreie Läufe solltest du mit deinen Schuhen schon absolviert haben, bevor du sie im Wettkampf einsetzt.

Natural Running-Schuhe: Richtig dosieren

Auf die Gewöhnung kommt es auch bei Natural Running-Schuhen an, die den Laufmarkt seit Jahren überschwemmen. Mittlerweile kommt kein Laufschuhhersteller mehr ohne mindestens ein Modell Natural Running-Schuhe aus. Ähnlich wie der Wettkampf-Schuh, findet man auch beim Natural Running-Schuh verzichten keine Dämpfungselemente. Anders als Wettkampfschuhe, sind Natural Running-Schuhe aber sehr wohl für den dauerhaften Einsatz im Training konzipiert.

Anders als beim “zivilisierten“ Gehen und Laufen, bei dem die meisten Menschen zuerst mit der Ferse aufsetzen, nutzen wir beim Barfußlauf unsere natürliche Dämpfung, indem wir mit dem Ballen zuerst aufsetzen. Dieser Philosophie folgt auch das Natural Running: Eine mittel- bis langfristige Umstellung auf den Ballen- oder Mittelfußlauf solle das Laufen ökonomisieren und zugleich die Verletzungsanfälligkeit verringern. Habe der Läufer das verinnerlicht, benötige er auch keine zusätzliche Dämpfung mehr. Soweit die Theorie. Tatsächlich ist es aber so, dass Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen Monate oder gar Jahre brauchen, um sich auf das Natural Running einzustellen. Natural Running-Schuhe sollten daher gerade am Anfang dosiert und nur bei kurzen, langsamen Läufen getragen werden. Für Läufer mit mehreren Jahren Erfahrung ist ein Paar Natural Running-Schuhe ein guter Zweit- oder Drittschuh. Manche Läufer bewältigen sogar einen Marathon in FiveFinger & Co. Doch das ist eine Frage der Gewöhnung und des Typs.

Trailrunningschuhe: Profil zeigen

Trailschuhe sind vor allem für Läufe abseits der befestigten Wege konzipiert worden. Wer gerne über Stock und Stein unterwegs ist und auch Pfützen nicht scheut, braucht vor allem im Herbst und Winter ein gutes Paar Trailschuhe. Ihre besonderen Merkmale sind die Steifigkeit, das ausgeprägte Profil und das wasserabweisende Obermaterial – allesamt Eigenschaften, die Regen oder Matsch willkommen sind. Für Läufe auf trockenen Waldwegen oder gar auf Asphalt sind Trailschuhe dagegen kaum geeignet. Aber dafür gibt es ja genug Alternativen (s.o.)…

Was gehört in die Wettkampftasche?

Vor einem Marathon- oder Halbmarathon ist die Hektik groß. Gerade das Packen der Wettkampftasche stellt viele Menschen auf eine harte Probe. Wer eine Checkliste zur Hand hat, geht auf Nummer sicher. Erfahre hier, was in die Wettkampftasche gehört.

Bei den meisten Marathons und Halbmarathons erhältst du zusammen mit deinen Startunterlagen einen Beutel, der mit deiner Startnummer und deinem Namen versehen ist. Diesen Beutel kannst du mitsamt allen Kleidungsstücken und Utensilien, die du im Rennen nicht benötigst, in Verwahrung geben und nach dem Wettkampf wieder abholen.

Das muss in die Wettkampftasche

  • Laufschuhe
  • Laufsocken
  • Laufhose
  • Laufshirt
  • Unterwäsche
  • Startnummer
  • Zeitmesschip
  • Pulsuhr/Stoppuhr
  • Bei Frauen: Sport-BH
  • Getränk
  • Badetuch/Handtuch
  • Duschgel
  • Badeschlappen
  • Kleidung zum Wechseln

Material, Länge und Dicke der Kleidung hängt von den Witterungsbedingungen ab. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann beispielsweise ein Langarm- und ein Kurzarmoberteil mitnehmen.

Das sollte in die Wettkampftasche

  • Pflaster zum Abkleben der Brustwarzen
  • Vaseline oder Hirschtalg zum Einreiben der Innenseiten der Oberschenkel oder des Achselbereichs
  • Bei großer Hitze und starker Sonneneinstrahlung: Sonnencreme, Sonnenbrille, Kappe Startnummernband
  • ein wenig Geld für alle Fälle

Das kann in die Wettkampftasche

  • MP3-Player zur Ablenkung vor dem Rennen
  • Bei wechselhaftem Wetter: Windjacke oder Regenjacke einpacken (verhindert vor allem im Startblock das Auskühlen)
  • Trinkgürtel
  • Energygels
  • Stirnband/Schweißband

Noch ein letzter Tipp: Um den Stress zu reduzieren und nichts Wichtiges zu vergessen, solltest du deine Tasche in aller Ruhe am Tag vor dem Wettkampf packen. Bring am besten auch schon den Zeitmesschip am Schuh an und befestige die Startnummer am Shirt.

Weihnachtsgeschenk Pulsuhr: Worauf kommt es beim Kauf an?

In Läuferkreisen sind Pulsuhren gern gesehene Weihnachtsgeschenke. Doch worauf kommt es beim Kauf einer Pulsuhr überhaupt an?

Bei keinem Ausrüstungsgegenstand für Läufer ist der finanzielle und technische Spielraum so groß wie bei einer Pulsuhr. Von 20 Euro bis über 500 Euro erhält man alles, vom oft unpräzisen Basismodell bis hin zum GPS-Gerät mit allem Pipapo.

Technik-Freak oder Skeptiker? Anfänger oder Fortgeschrittener?

Welches Modell für Euch das richtige ist, hängt vor allem von den sportlichen Ambitionen ab. Doch auch die Vorlieben spielen eine Rolle bei der Auswahl: Handelt es sich beim zu Beschenkenden um Anfänger UND einen Technik-Freak, ist ein High End-Gerät wahrscheinlich genau das richtige, um ihn weiter zu motivieren. Neben der aktuellen Herzfrequenz und einer Stoppuhrfuntion sollte ein solches Modell auch den Durchschnittspuls, Zwischenzeiten, die zurückgelegte Strecke oder die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen. Hierbei reden wir natürlich von einem Preissegment zwischen 200 und 500 Euro.

Handelt es sich beim Beschenkten um einen Anfänger UND einen Technik-Skeptiker, dann genügt bereits ein Exemplar, das verlässlich die aktuelle Herzfrequenz sowie die Zeiten ermittelt. Alles andere würde nur Verwirrung stiften bzw. wäre wenig aussagekräftig. Ein Basis-Gerät erhalten Sie von einem renommierten Hersteller bereits ab rund 40, 50 Euro. Solche Uhr-Brustgurt-Systeme sind empfehlenswerter als Pulsuhren aus dem Discounter, weil sie die Herzfrequenz präziser anzeigen. Unabhängig von der Preisklasse, sollte jede Pulsuhr aber noch mehr können, als die Herzfrequenz und die Zeit zu stoppen.

Das muss jede Pulsuhr können

  • Codierung: Auch beim Laufen in der Gruppe werden Dir nur Deine Herzfrequenzwerte angezeigt und nicht die Deiner Trainingspartner.
  • Einfache Menüführung: Idealerweise wenige Tasten, die auch während des Laufens gut zu erreichen sind. Im günstigsten Fall werden Sie durch das Menü geführt, es ist auch ohne Bedienungsanleitung selbsterklärend.
  • Lesbarkeit: Großes Sichtfeld, guter Kontrast, gute Beleuchtung
  • Alarmsignal: stellt sicher, dass du immer im voreingestellten “richtigen“ Bereich trainierst.
  • Manueller Batteriewechsel: Sind Uhr und/oder Sensor am Brustgurt nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen, Finger weg! Das bedeutet entweder einschicken beim Hersteller (teuer) oder den Kauf einer neuen Uhr-Gurt-Kombi, sobald eine der Batterien leer ist (auch teuer). Dann lieber ein paar Euro mehr investieren.

Laufstrecken am Computer vermessen

Immer mehr Sportler besitzen einen Trainingscomputer mit GPS-Funktion. Doch auch ohne ein solches Gerät kann man ermitteln, wie weit man gelaufen, geradelt oder geskatet ist. Im Internet gibt es unzählige Seiten, die das ermöglichen sollen – und zwar kostenlos. Ich habe die fünf große Portale verglichen (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Eines vorab: Keine der folgenden Seiten kann mit einem guten GPS-Gerät konkurrieren. Ein GPS-Gerät ist zwar auch nicht zu 100 Prozent präzise, liefert aber überaus verlässliche Werte und zeichnet selbst im dichten Wald die Bewegungen des Sportlers meist lückenlos auf – und das auch noch live. Der einzige „Haken“ ist hohe Anschaffungspreis von mehreren hundert Euro.

Wer nach kostenlosen Wegen sucht, wird im Internet fündig. Viele Seiten bieten den Service, Strecken zu vermessen. Die meisten operieren auf der Basis von Google Maps. Ihr größter Nachteil ist naturgemäß, dass man Streckenlänge, Höhenmeter und Co. nur vor oder nach dem Training ermitteln kann. Weiterhin kann man bei der Streckenmessung im Internet auch unbewusst ein paar Meter dazu addieren oder wegschwindeln.

Noch eine Anmerkung: Natürlich sind auch die großen Routenplaner für den Straßenverkehr (z.B. Falk, map24 & Co.) in der Lage, Strecken zu auszumessen. Sie fehlen aber in der folgenden Auflistung, weil sie voraussetzen, dass man sich nur auf befestigten, von Autos befahrbaren Straßen bewegt. Auch eine flexible Routenänderung ist nicht möglich.

Hier sind fünf der größten Anbieter zur Streckenmessung am Computer

Google Maps http://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl

Der Klassiker. Mit Google Earth (seit 2004) hat Internet-Gigant Google das Web verändert. Auf dem Abfotografieren der Welt basiert auch das kostenlose Stadtplan- und Routenplaner-Programm Google Maps, das gegenüber klassischen Online-Routenplanern zwei Vorteile besitzt: Zum einen kann man bei Google Maps seine Wunschrouten nicht nur für Kraftfahrzeuge, sondern auch für den Fußweg berechnen lassen. Zum anderen kann man die Route durch Ziehen der berechneten Linie seinen Wünschen ein Stück weit anpassen.

Das reicht für die Bedürfnisse der meisten Sportler jedoch nicht. Denn üblicherweise legt man als Läufer, Radler oder Skater eine Runde zurück. Man startet bei sich zu Hause – oder an einem beliebigen anderen Startpunkt – und kommt dort auch wieder an. Runden lassen sich bei Google Maps aber nicht simulieren, weil die Option „über“ oder „Zwischenstation“ fehlt. Gibt man aber eine identische Start- und Zieladresse ein, ist der berechnete Weg unter diesen Voraussetzungen logischerweise 0 Meter.

Und selbst wenn man tatsächlich nur von A nach B möchte, Start- und Zielpunkt also nicht identisch sind, erkennt Google nur solche Routen an, die auch als Straße oder Weg im System verzeichnet sind. Es gibt also keine Freiheit für Abweichungen.

Fazit: Google Maps mag ein guter Routenplaner und Stadtplan sein, etwa wenn man bestimmte Locations in seiner Nähe sucht. Zur Vermessung von Trainingsrouten ist das System aber nur schlecht geeignet, selbst wenn man ein Smartphone beim Sport mit sich führen sollte. Da hilft es auch wenig, dass dank der Satellitenfotografie auch viele Feinheiten in der Natur von oben zu sehen sind, wie Schleichwege oder Singletrails.

Was man also braucht, ist ein System, das auf Google Maps basiert, dem Nutzer zugleich aber die Freiheit lässt, den Weg selbst festzulegen. So wie die folgenden vier…

Laufstrecke-messen.de http://www.laufstrecke-messen.de/#

Zumindest bei der Wahl der Domain hatte Laufstrecke-messen.de schon einmal ein gutes Händchen. Und in der Tat ist bei der Seite der Name Programm. Gleich zu Beginn fällt positiv auf, dass Laufstrecke-messen.de kostenlos ist, nicht einmal eine Registrierung ist nötig.

Man gibt seinen Startpunkt ein und kann gleich mit der Messung beginnen. Per Maus-Doppelklick markierst Du die einzelnen Streckenpunkte, dank der Zoom-Funktion kannst Du den Bildausschnitt so detailreich darstellen, dass Dir kaum ein Streckenpunkt entgeht. Bereits beim Erstellen der Route wird Dir die aktuelle Streckenlänge angezeigt. Fehler lassen sich einfach rückgängig machen. Wenn Du fertig bist, kannst Du die Strecke per Klick speichern. Dann wird dir eine URL angezeigt, unter der Du die Strecke jederzeit wieder aufrufen kannst. Auch das Verschicken der gespeicherten Route per E-Mail an Freunde ist möglich, falls die den Kurs auch mal probieren möchten. Positiv auch: Auf Wunsch wird noch ein Höhenprofil erstellt. Allerdings fehlt hier leider eine Angabe der gesamt bewältigten Höhenmeter.

Fazit: Theoretisch kannst Du jeden Punkt der Welt markieren, also überspitzt ausgedrückt auch über das Wasser laufen. Das hat natürlich auch den Nachteil, dass man seine Streckenpunkte schon sehr genau setzen muss, um keine falschen Werte zu erhalten. Alles in allem bietet Laufstrecke-messen.de aber einen guten Service für jeden, der ohne GPS-Uhr auskommen kann, will oder muss.

Gmap-Pedometer.com http://www.gmap-pedometer.com/

Gmap-Pedometer.com ist ein US-amerikanischer Anbieter. Das wird neben der .com-Domain und der englischen Sprache auch daran deutlich, dass man beim Aufrufen der Seite zunächst eine Karte der USA vor sich hat. Das fällt allerdings kaum ins Gewicht, weil man in der Suchmaske jeden beliebigen Ort der Welt als Startort auswählen kann. Nachdem man sich bei der Einheit zwischen Kilometern und Meilen entschieden hat, kann es losgehen.

Auch Gmap-Pedometer.com verwendet Karten von Google. Der große Unterschied zu allen anderen Anbietern besteht darin, dass man zwischen freier und automatisierter Routenwahl wählen kann. Das hat durchaus Vorteile. Solange man sich auf befestigten Straßen bewegt, passt sich die automatisierte Route selbsttätig der Straßenführung (und der Ideallinie) an. Weicht man ab von der befestigten Straße, kann man unkompliziert auf die freie Auswahl umsteigen. Die Messung läuft trotzdem weiter. Durch diese Technik gewinnt die Messung an Präzision. Außerdem geht sie schneller von statten, weil Du weniger Punkte markieren musst.

Negativ: Es gibt keine Höhenmessung (vor allem für Radrennfahrer interessant), „nur“ eine Anzeige der Streckenlänge. Außerdem muss man sich – wenn auch kostenfrei – registrieren, um eine Route speichern zu können (URL kopieren und dann bei Bedarf wieder aufrufen).

Fazit: Das beste, weil komfortabelste Tool in der Ermittlung der Streckenlänge, Minuspunkte für die Registrierungspflicht und das Fehlen von Höhenmeterangaben.

Run2web.de http://www.run2web.de/

Run2web.de ist von der Handhabung her das schlechteste der vorgestellten Tools. Beim Markieren der Streckenpunkte ist extrem viel Zielgenauigkeit erforderlich, sonst macht man schnell unfreiwillig Schlangenlinien. Und die können sich bei einer Strecke von beispielsweise 10 Kilometern schnell zu ein paar hundert Metern Abweichung aufaddieren. Ansonsten sind die Unterschiede zu den anderen Portalen marginal, sowohl was die Anwahl des Startpunktes als auch das Speichern der Strecken angeht.

Der Makel der unpräzisen Handhabung lässt sich jedoch nicht mehr ausgleichen. Daran ändert auch der angenehme Aspekt nichts, dass die Wahl des jeweils nächsten Streckenpunktes mit nur einem einzigen Klick geschieht.

Optional kann man sich bei run2web.de kostenfrei registrieren und seine Trainingsrunden mit anderen teilen und ihnen seinen „Kilometerstand“ mitteilen. Das kann motivierend und anspornend wirken.

Jogmap.de http://www.jogmap.de/civic4/index4.html

Bei jogmap.de sollte man den größten „Nachteil“ gleich zu Beginn nennen, weil man sofort auf ihn aufmerksam wird: Um seine Lauf-, Rad- oder Skatestrecke abzumessen, muss man sich erst kostenfrei registrieren.

Doch das kann sich vor allem diejenigen lohnen, die das Höhenprofil ihrer Strecken detailliert dargestellt bekommen möchten. Hier setzt sich jogmap von der Konkurrenz ab. Ist eine Strecke einmal vermessen und gespeichert, werden einem nicht nur Höhenprofil, sondern auch die absolvierten Höhenmeter sowie die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Streckenpunkt angezeigt. Zudem kann man die Strecke im Höhenprofil virtuell abfahren.

Weiterer Vorteil: In seinem Profil kann man theoretisch unendlich viele Strecken speichern. Das ermöglicht auch das unkomplizierte Führen eines Online-Trainingstagebuchs auf jogmap. Wer all seine Trainingsrouten anlegt, kann sie später nach einem absolvierten Lauf durch einfaches Anklicken bestätigen und hat so immer seinen Kilometerstand und vieles mehr im Blick. Weitere Features (z.B. Wetter zur Trainingszeit oder Kilometerstand des Laufschuhpaares) sind ebenfalls enthalten.

Fazit: Einzig in der automatisierten Anpassung an befestigte Wege hat ein Konkurrent (Gmap-Pedometer) die Nase vorn, ansonsten weiß jogmap die Wünsche des GPS-losen Ausdauersportlers am besten zu befriedigen – zumal deutschlandweit bereits mehr als 1 Millionen Strecken von den Usern angelegt sind, die man sich anschauen und ausprobieren kann.

Dieser Artikel von mir ist ursprünglich auf netzathleten.de erschienen. Link zum Originalartikel: http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Sports-Inside/Laufstrecken-am-Computer-vermessen/53871978310698211/head?referrer=6619455936133463303

Musik beim Laufen – Bremse oder Taktgeber?

Zur Abwechslung mal was „Altes“, auch wenn das Thema immer noch aktuell ist. Dieser Artikel von mir ist ursprünglich erschienen in „Running – Das Laufmagazin“ im Heft 1/2011. Später wurde er auch auf achim-achilles.de veröffentlicht. Durchaus interessant für jeden Läufer, der glaubt nicht ohne Musik zu können.

Viele Läufer können sich ein Training ohne Musik überhaupt nicht mehr vorstellen. Der MP3-Player gehört für sie so selbstverständlich zum Sport dazu wie ihre Laufschuhe. Auch viele Sportartikel- und Technologiehersteller haben längst auf diese Vorliebe ihrer laufenden Kundschaft reagiert. Grund genug, einmal der Frage nachzugehen, wie sinnvoll Musik hören beim Laufen überhaupt ist.

Musik hören als Doping?

Der „Dopingfall“ Jennifer Goebel war im Oktober 2009 auch vielen deutschen Zeitungen eine Meldung wert. Zu kurios war das Vergehen der US-amerikanischen Läuferin. Goebel wurde der Sieg beim Lakefront Marathon, einer eher kleinen Laufveranstaltung im US-Bundesstaat Wisconsin, wegen „Musik-Dopings“ aberkannt. Sie hatte zwischen Meile 19 und 21 ihren iPod eingeschaltet. Damit beging Goebel einen Verstoß gegen das Reglement des US-Leichtathletikverbandes. In den USA scheint man also an den leistungssteigernden Effekt von Musik zu glauben. Wobei bis heute nicht geklärt ist, ob Musik einen Sportler auch tatsächlich schneller macht.

Bereits 1995, also viele Jahre vor der Einführung des iPod und anderer MP3-Player, hat sich erstmals ein Forscherteam der University of North Carolina diesem Thema gewidmet. Die Studie war mit 16 Probanden nicht gerade repräsentativ, zeigte aber einen bemerkenswerten Trend: Die schwächeren Läufer hielten bei hoher Intensität länger durch, wenn sie antreibende Musik hörten.

Bei den stärkeren Läufern hatte die Musik dagegen keinen messbaren Einfluss auf die Leistung. Viele von ihnen fühlten sich sogar von ihr gestört. Mehrere internationale Studien bestätigten seitdem diesen Eindruck. Tenor: Je schlechter der Trainingszustand des Läufers, desto mehr kann Musik bewirken.

Was Musik im Gehirn bewirkt

Führt man sich vor Augen, welche Hirnregionen Musik anspricht, erscheint das durchaus logisch: Diese sind die Amygdala (gewissermaßen die Verarbeitungsstation für externe Impulse), der Thalamus, der alle Sinneswahrnehmungen verarbeitet, und das Belohnungszentrum. Allerdings ist auch das Stirnhirn involviert, welches unsere Motorik steuert.

Und genau hier könnte der Grund liegen, warum weniger gut trainierte Läufer sich von antreibender Musik mitreißen lassen. Musik verleiht nämlich nicht nur ein gutes Gefühl und motiviert so in schweren Phasen, sondern lenkt auch von der Körperwahrnehmung ab. So kann es passieren, dass ein schwächerer Läufer dem schnellen Rhythmus der Musik folgt und für einige Zeit über seine Verhältnisse läuft. In manchen Situationen kann das hilfreich sein.

Anders sieht es aus, wenn man beispielsweise einen gezielten Formaufbau betreiben möchte.
Was bewirkt Musik nun bei besser trainierten Läufern? Fakt ist, dass vor allem leistungsorientierte Läufer häufig auf den MP3-Player verzichten. Für sie steht in der Regel auch im Training die Kontrolle der Herzfrequenz und der Lauftechnik im Vordergrund. Musikalische Ablenkung macht für sie nur dann Sinn, wenn der Kopf und die Beine Probleme bereiten.

Studie: Kann man Leistung durch Musik steuern?

Durchaus interessante Ergebnisse für ambitioniertere Läufer haben Wissenschaftler der Londoner Brunel University im Jahr 2008 geliefert. Bei ihrer Studie gab es zwar nur einen Probanden, doch um den kümmerte sich das Forscherteam besonders intensiv. Joe, ein ambitionierter Hobbyläufer, hatte bis dato mehrere Marathons im Bereich von 3 Stunden gefinisht. An der Marke von 2:45 Stunden war er jedoch mehrfach gescheitert.

Joe setzte im Wettkampf einen MP3-Player mit seinen Lieblingsliedern ein, um sich abzulenken und um seine Nervosität in den Griff zu bekommen. Doch dieser Plan ging nie auf. Joe ging die Rennen stets zu schnell an. Die Brunel-Wissenschaftler machten den „Schuldigen“ schnell aus: Joe hatte die Lieder in zufälliger Reihenfolge abgespielt. Damit es beim nächsten Marathon besser klappt, sollte Joe seine Lieblingslieder auf einer emotionalen Skala bewerten.

Anhand dieser Ergebnisse stellten die Wissenschaftler dann eine Playlist zusammen. Am Anfang standen zwei Lieder, die ihn emotional kaum berührten. Dann folgten drei Titel, die Joe pushten, ehe wieder zwei weniger emotionale Songs folgten und so weiter. Nachdem die Reihenfolge der Lieder überarbeitet war, glich die Playlist einer Achterbahn aus entspannender und anregender Musik – mit dem Ergebnis, dass Joe bei seinem nächsten Marathon unter 2:45 Stunden blieb.

Joes Fall ist natürlich sehr individuell – unabhängig davon, dass er wissenschaftlich betreut wurde. Sein Beispiel zeigt aber, dass Musik unter gewissen Voraussetzungen leistungsfördernd sein kann. Allerdings sind viele Variablen zu beachten. Angesichts von Songauswahl, Trainingsziel, Lautstärke, Tempo, Rhythmus und persönlicher Vorlieben muss man sich vermutlich keine Sorgen machen, über ein flächendeckendes „Musik-Doping“ im Laufsport. Zumindest nicht, bis ein Technologiehersteller ein Gerät entwickelt, das wirklich jeden Läufer schneller macht. Und bis es so weit ist, sollten vielleicht auch Gelegenheitsläufer den MP3-Player mal weglassen. Denn auch die Natur kreiert ihren eigenen Sound.

Das Einmaleins des Trainings mit Pulsuhr

Bildquelle: Christian RiedelSich eine Pulsuhr zu kaufen und dann damit zu trainieren ist schön und gut. Doch was nutzt es, seine aktuelle oder durchschnittliche Herzfrequenz ablesen zu können, wenn man nicht weiß, wie man die Zahlen einzuordnen hat? Hier erfährst Du alles Wesentliche zum Training mit einer Pulsuhr.

Schritt 1: Trainingsziel festlegen

Wer seine Ausdauer steigern möchte, muss unter einer anderen Belastung trainieren als jemand, der in seine Tempohärte verbessern möchte. Daher solltest Du im ersten Schritt Dein langfristiges Trainingsziel definieren. Dieses kann natürlich von Trainingseinheit zu Trainingseinheit schwanken. Wer sich zum Beispiel auf einen Marathon vorbereitet, wird nicht daran vorbeikommen, neben vielen langsamen Läufen auch einige schnelle zu machen.

Schritt 2: Trainingsbereiche ermitteln

Zur Ermittlung der optimalen Pulsfrequenz für Dein Trainingsziel musst Du Deine individuellen Trainingsbereiche kennen. Diese erfährst Du am präzisesten durch eine Laktatanalyse oder eine Atemgasanalyse beim Sportmediziner bzw. Leistungsdiagnostiker. Zusätzlich gibt es einige Pulsuhren auf dem Markt mit Own Zone-Funktion (Polar). Dank dieser Technik errechnet Dein Trainingscomputer bei jedem Anlegen der Uhr und der Sensoren Deine individuellen Trainingsbereiche für den Tag.

Die kostengünstigste, aber auch unzuverlässigste Methode ist das Errechnen der Trainingsbereiche anhand von Faustformeln, wie etwa der Hottenrott-Formel, die allerdings bislang nur für Läufer annähernd verlässliche Werte liefert. Eine weniger präzise Alternative ist die Errechnung des Maximalpulses mit Hilfe der 220-Lebensalter-Formel. Vom errechneten Maximalpuls ausgehend, ermittelt man dann seine Trainingsbereiche.

Die wesentlichen Trainingsbereiche

Wer eine Leistungsdiagnostik absolviert hat, bekommt seine verschiedenen Trainingsbereiche direkt an die Hand gegeben. Alle anderen müssen sich wohl oder übel mit folgenden Richtwerten behelfen:
Regenerationsbereich: ca. 50-65% der maximalen Herzfrequenz.

Grundlagenausdauerbereich 1: ca. 65-75% der maximalen Herzfrequenz. Moderate Belastung, so genannter „Wohlfühlbereich“, in dem der Fettstoffwechsel trainiert wird. Hier wird die Basis für lange Ausdauerleistungen gelegt.

Grundlagenausdauerbereich 2: ca. 75-85% der maximalen Herzfrequenz. Bereits etwas anstrengender, entspricht z.B. dem Wettkampfpuls in einem Halbmarathon. In diesem Bereich kann man auch Intervalle von niedriger Intensität absolvieren.

Entwicklungs- und Schwellenbereich: über 85% der maximalen Herzfrequenz. In dieser Zone beginnen die Muskeln zu übersäuern, weswegen man in aller Regel nur kurz in diesem Pulsbereich durchhält. Allerdings kann man hier sein Tempo am meisten verbessern.

Ruhepuls und Erholungspuls

Daneben kann eine Pulsuhr noch zwei weitere aufschlussreiche Werte vermitteln: den Ruhe- und den Erholungspuls.

Der Ruhepuls ist ein guter Indikator für den Fitnessstand. Generell gilt: Je niedriger der Ruhepuls, desto besser ist man ausdauertrainiert. Wer seinen Ruhepuls regelmäßig misst, kann so Trainingsfortschritte gut ablesen. Gut trainierte Ausdauersportler haben oft einen Wert von 45 und weniger Schlägen/min. Allerdings ist der Ruhepuls eine sehr individuelle Angelegenheit, weswegen man nicht verzweifeln sollte, wenn er nicht unter die 50-Schläge-Schwelle fällt.

Sorgen machen solltest Du Dir allerdings, wenn der Ruhepuls über einen längeren Zeitraum höher ist als gewöhnlich. Dann spricht Einiges für ein Übertraining. Weitere Merkmale sind Schlafstörungen und Abgeschlagenheit.

Den Ruhepuls misst man idealerweise unmittelbar nach dem Aufwachen, noch während man im Bett liegt. Da es äußerst unbequem wäre, mit Pulsuhr am Handgelenk und umgeschnalltem Brustgurt samt Sender zu schlafen, sollte man diese am besten auf dem Nachttisch platzieren und am nächsten Morgen noch im Liegen anlegen.

Auch der Erholungspuls ist ein Indikator für den Fitnessgrad. Sinkt der Puls innerhalb der ersten zehn Minuten nach dem Training wieder in den Bereich Deines Normalpulses (nicht zu verwechseln mit dem Ruhepuls!), bist Du gut trainiert. Je länger es dauert, desto unfitter bist Du (noch).

Training auf dem Laufband – Vor- und Nachteile

Training auf dem Laufband; Foto: Marco Heibel
In vielen Fitnessstudios fristet das Laufband ein Schattendasein als Warm-up-Gerät. Dabei stellt es eine echte Alternative dar, weil es in manchen Punkten sogar Vorteile gegenüber dem Outdoortraining bietet.

Die Vorurteile gegenüber Laufbändern halten sich hartnäckig und sind nur schwer zu widerlegen. Natürlich ist es monoton, sich in einem geschlossenen Raum unter der “Begleitmusik“ eines Laufbandes faktisch auf der Stelle zu bewegen. Doch wer darüber hinweg sieht, erkennt die Vorteile des Laufbands.

Vorteil: Training bei jedem Wetter

Der größte Vorteil ist die Unabhängigkeit von Tageszeit und Wetter. „Wer auf dem Laufband trainiert, hat keine Probleme mit Schlaglöchern, Schnee oder Dunkelheit“, erklärt Personal Trainer Ben Schneider. Der Inhaber von NAO PT, einer Personal Trainingagentur im Kölner Neptunbad, führt aus: „Durch die ganzjährig konstanten Bedingungen wird das Training einerseits sicherer, andererseits hat man eine Ausrede weniger. Denn schlechtes Wetter gibt es beim Indoor-Training nicht.“ Laufbänder federn zudem ähnlich wie ein Waldboden, was vor allem schwereren Läufern oder Menschen mit Belastungsschäden entgegenkommt.

Vorteil: Technikschule

Vielen Läufern fällt es schwer, sich in der freien Natur auf ihre Technik zu konzentrieren. Spaziergänger überholen, Straßen noch schnell überqueren oder Pfützen ausweichen – all das bringt den Outdoor-Läufer immer wieder aus der Konzentration. Ablenkungen dieser Art gibt es auf dem Laufband nicht. Ben Schneider erläutert: „Hier kann man gezielt und ungestört an seiner Technik arbeiten und sich dabei immer wieder selbst kontrollieren: Stimmt meine Schrittlänge, setze ich meinen Fuß richtig auf, wie ist mein Kniehub?“ Außerdem eignet sich das Laufband hervorragend, um mit Videoanalysen zu arbeiten. „Ob Körperschwerpunkt, Armführung oder Kopfhaltung korrekt sind, kann man selbst kaum beurteilen. Vielen Läufer profitieren immens davon, wenn sie sich einmal laufen sehen“, sagt der Personal Trainer.

Vorteil: Punktgenaue Trainingssteuerung

Obwohl die technischen Möglichkeiten dank Pulsuhr und GPS mittlerweile enorm sind, hat man bei Outdoor-Läufen nie die 100-prozentige Kontrolle über sein Training. „Draußen gibt die Natur die Bedingungen vor und der Läufer muss sich gezwungenermaßen anpassen. Auf dem Laufband verläuft das Training kontrollierter, weil man selbst das Tempo und die Steigung vorgibt sowie die Herzfrequenz und die zurückgelegte Distanz im Blick hat“, führt der Experte aus. Gute Modelle verfügen darüber hinaus über eine Pulskontrolle: Weicht die Herzfrequenz von der Vorgabe ab, passt das Band automatisch die Geschwindigkeit an.

So lassen sich viele Trainingsarten auf dem Laufband durchführen, vom ruhigen Grundlagenlauf mit einer bestimmten Ziel-Herzfrequenz über Fahrtspiele bis hin zu Tempodauerläufen. Auch Intervalle sind möglich, allerdings rät der Ben Schneider von einem zu krassen Wechselspiel ab: „Bei großen Tempoveränderungen ist das Verletzungsrisiko groß, da man ja nicht nur laufen, sondern auch das Band bedienen muss. Wem die Belastung zu gering ist, der sollte eher die Steigung als die Geschwindigkeit verändern.“

Laufbandtraining: Kein Ersatz für Outdoor-Training

Natürlich gibt es auch einen Haken: Laufbandleistungen lassen sich nicht 1:1 in der Natur erbringen. Wer auf dem Band beispielsweise zehn Kilometer in 40 Minuten schafft, wird in der Natur mit großer Wahrscheinlichkeit langsamer sein. Personal Trainer Schneider kennt den Grund: „Indoor-Training ist Sport unter Laborbedingungen. Draußen hat man beispielsweise mit Seitenwind zu kämpfen und muss außerdem muskulär und koordinativ mehr Arbeit leisten.“

Daher sollte man sein Laufband immer auf ein oder zwei Prozent Steigung einstellen, um zumindest den Wind beim Laufen zu simulieren. Ben Schneider empfiehlt jedoch, die gesamte Bandbreite des Laufbandes zu nutzen: „Ein Wechselspiel aus Laufen im Flachen und ein paar Steigungen kommt dem Laufen in der Natur schon recht nahe. Abwechslungsreich und zugleich effektiv sind Tempowechsel im Kilometerbereich, also eine Mischung aus Traben, lockerem Laufen und Passagen im Schwellenbereich.“

Sicherheit  auf dem Laufband

Andere Studiobesucher zu beobachten mag verlockend sein. Es ist aber auch gefährlich, weil die Blickrichtung die Laufrichtung steuert. Und da ein Band selten breiter als einen Meter ist, kommt es schnell zu Stürzen. Also immer den Blick nach vorn richten.

Außerdem solltest Du Dich beim Laufen nicht an den Griffen festhalten. „Gluteus und Waden werden dadurch entlastet, das verfälscht den Eindruck des Trainings. Vor allem aber ist hier die Sturzgefahr groß“, erklärt Ben Schneider. Bei zu großer Anstrengung solltest Du lieber die Geschwindigkeit oder die Steigung reduzieren.

Experte: Ben Schneider, www.nao-pt.de

Zwiebelprinzip: Laufen bei Schnee(-matsch) und Eis

Bildquelle: Jörg Birkel
Dauerfrost und landesweite Schneefälle bereits im November lassen einen ähnlich kalten Winter wie den vergangenen erahnen. Doch mit der richtigen Kleidung kann man als Läufer auch das überstehen.

Dem Deutschen Wetterdienst zufolge ist meine Wahlheimat Köln eine der wärmsten Städte Deutschlands. Als logische Folge waren Kölner Winter immer verhältnismäßig mild, d.h. grau, regnerisch und windig. Schnee hat sich nur sehr selten hierher verirrt. Das versprüht zwar alles andere als Winterromantik, bietet einem Läufer jedoch das ganze Jahr über gute Trainingsbedingungen. In vergangenen Winter (und vermutlich auch im gerade beginnenden) hat sich das Blatt aber gewendet.

Schnee: Fluch und Segen der weißen Pracht

Zunächst einmal sind Läufe bei leichtem Schneefall oder, noch besser, bei strahlendem Sonnenschein auf frisch gefallenem Schnee eine großartige Sache. Die Luft tut gut, und der Grip auf diesem Geläuf ist fast so gut wie auf Asphalt. Es macht einfach Spaß, einen lockeren Lauf unter solchen Bedingungen zu absolvieren.

Gegen das einzige „Problem“ bei solchen Bedingungen, die Kälte, kann man sich hervorragend schützen. Ich persönlich halte Läufe bei (auf der Haut gefühlten) Temperaturen von bis zu minus 10°C für machbar, zumal man sich ja gemäß dem Zwiebelprinzip entsprechend kleiden kann.

Sobald es jedoch frischer wird, ist es nicht nur angenehm zu laufen, sondern fast schon gesundheitsgefährdend: Erkältung- und Verletzungsrisiko steigen erheblich, und auch die Atemwege jubilieren nicht gerade, wenn sie mit eisiger Luft Bekanntschaft machen müssen. Außerdem wird es ab solchen Temperaturen auch fast unmöglich, sich angemessen zu kleiden. Bis dahin gibt es jedoch einige Möglichkeiten.

Zwiebelprinzip für Laufen bei (fast) jedem Wetter

Sobald das Thermometer unter 5°C fällt, sind für mich beispielsweise Mütze und Handschuhe Pflicht. Bei solchen Temperaturen bin ich auch schon in langen Hosen (Tight oder weitere Trainingshose aus Polyester) sowie zwei Lagen am Oberkörper (enges Funktionsshirt plus Laufjacke) unterwegs.

Ab etwa 0°C setze ich auf eine dritte Schicht am Oberkörper: Zwischen Laufshirt und Laufjacke gehört dann für mich auf jeden Fall noch ein wärmeres Oberteil mit etwas Innenfütterung.

Und im Bereich von minus 5 bis minus 10°C – also meinem persönlichen Grenzbereich – trage ich auch immer eine zweite Schicht untenrum auf: eine Kombination aus einer Lauftight und einer Trainingshose darüber halten doch ordentlich warm.

Die richtige Schuhwahl beim Laufen auf Schnee

Bei Schnee ist die Schuhwahl fast noch wichtiger als bei jeder anderen Witterung – und unter Umständen auch einfacher. Da ausgedehnte Tempo- oder Intervallläufe bei Minusgraden kaum möglich sind, kann man den leichten Wettkampfschuh getrost im Schrank lassen. Am besten geht es nach meiner Erfahrung mit einem Trail-Laufschuh oder zumindest einem stabileren Laufschuh voran.

Beide geben dem Fuß im Schuh einen guten Halt, haben ein gutes Profil und lassen nicht gleich jeden Tropfen Feuchtigkeit nach innen. Das wird nämlich beim Lauf durch etwa 10 cm hohen Schnee zwangsläufig passieren, wenn Ihr einen atmungsaktiven, ultraleichten Schuh wählt. Die Folge ist, dass die Socken zusehends feucht werden, im Schuh hin- und herscheuern und Ihr Euch Blasen lauft.

Wie verhalte ich mich bei Glätte?

Schwieriger wird es dagegen schon bei Mischverhältnissen: Ist der Schnee bereits festgetrampelt oder vereist, hilft auch ein trockener Schuh nicht mehr viel. Wer bei solchen Bedingungen nicht auf einen Lauf verzichten möchte, sollte vor allem Vorsicht (sprich: Langsamkeit) walten lassen. Im Zweifel ist es bei solchen Verhältnissen immer besser, zur Not neben den Wegen zu laufen, wo der Schnee noch „frisch“ ist. Bergläufe solltet Ihr dagegen ganz vermeiden, und wenn Ihr schon über eine Steigerung müsst, solltet Ihr Eure Vorsicht noch einmal verdoppeln.