„Schwellenlauf“ ist ein Blog rund um das Thema Laufen. Als freier Sportjournalist und Hobby-Läufer mit der Erfahrung von tausenden „abgerissenen“ Kilometern, einer mittlerweile beachtlichen Liste an (ab)gelaufenen Laufschuhen und diversen gefinishten Wettkämpfen möchte ich Euch informieren und unterhalten.
Wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse zur Technik, Ernährung und Trainingsplanung gehören für mich hierbei ebenso dazu wie Equipment-Neuheiten. Aus diesem Grund erscheint mir eine Unterteilung meiner Beiträge in die Themenschwerpunkte Training&Wettkampf, Ernährung, Gesundheit und Equipment am angebrachtesten.
Aber auch meine persönlichen Erfahrungen, die ich bei beinahe jedem Lauf auf’s Neue sammle, sollen nicht zu kurz kommen. Hierfür ist die Kategorie mit dem nicht ganz ernst gemeinten Namen Läuferleiden reserviert.
Last but not least gibt es in diesem Blog noch die Rubrik Läufer-ABC. Hierbei handelt es sich um keinen Tippfehler, sondern um eine bewusste Abwandlung des in Läuferkreisen berühmt-berüchtigten „Lauf-ABC“. In dieser Sparte geht es um das “Grundvokabular” des Laufsports. Hier werde ich u.a. versuchen, Hintergründe rund um das Laufen zu erklären oder Begriffe aus dem Läufer-Jargon auch dem Laien verständlich zu machen.
Warum Schwellenlauf?
Hinter dem Titel dieses Blogs steckt mehr als der krampfhafte Versuch, das Wort “Lauf” irgendwie in der Domain unterzubringen und somit die Chancen auf eine hohe Bewertung von Google & Co. zu erhöhen. (Es wäre allerdings auch geflunkert, wenn ich behaupten würde, dass Suchmaschinenoptimierung überhaupt keine Rolle in meinen Überlegungen gespielt hätte.) Nichtsdestrotz hat ein anderes Motiv den Ausschlag gegeben: “Schwellenlauf” spiegelt mein eigenes Läuferleben nämlich so gut wider kein anderer Begriff.
Vom Fußball und Handball kommend, war ich es seit frühester Jugend gewohnt, sowohl nach Trainingseinheiten als auch nach Spielen ziemlich angezählt vom Platz zu gehen. Man könnte sogar sagen, dass ich es genossen habe, mich beim Sport total zu verausgaben. Diese Haltung hat bis in die ersten Jahre meines Läuferlebens nachgewirkt. Zu Anfang waren nicht die Tempoläufe an der aerob-anaeroben Schwelle die größte Herausforderung für mich, sondern die Grundlageneinheiten. Ich sah einfach keinen rechten Sinn darin, nicht schnell zu laufen. So wurde ich zum „Dauerschwellenläufer“.
Bis zu einem bitteren (und folgerichtigen) Erlebnis: Auch in der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon im Jahr 2005 gab es bei mir die so genannten langsamen Läufe nicht. Strecken über 20 Kilometer und mehr habe ich trotz langsamerer Vorgaben in meinem Trainingsplan schlicht und einfach in meinem persönlichen “Wohlfühltempo” durchgezogen – nämlich deutlich schneller. Die Quittung bekam ich dann am Wettkampftag: Ungefähr bis Kilometer 30 war ich in der Lage, mein geplantes Tempo durchzuhalten. Da jedoch mein Fettstoffwechsel aufgrund der zu schnellen Läufe im Vorfeld nicht richtig trainiert war, brach ich danach ein. Für die letzten 12 Kilometer habe ich fast zwei Stunden benötigt. Statt der angestrebten und lange möglich geglaubten Endzeit von unter 4 Stunden standen am Ende 4:24 Stunden auf dem Display. Ich war zwar nun ein Marathon-Finisher, fühlte mich aber nur bedingt wie einer.
Zum Glück habe ich aus dieser Erfahrung meine Lehren gezogen. Mit einem solch schlechten Gefühl wollte ich nie wieder einen Wettkampf finishen. Auch wenn es anfangs eine Überwindung für mich war, verhältnismäßig langsam zu laufen, habe ich mit der Zeit tatsächlich Gefallen gefunden an der Sauerstoffdusche eines Grundlagenlaufes. Mittlerweile zählen sie fast zu meinen Lieblingen, insbesondere bei schönen Wetter.
Die Schwelle zum Läufer will erst genommen werden
Grund Nummer zwei für den Titel Schwellenlauf: Auch wenn Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Triathlon mittlerweile absolut massenkompatibel sind, habe ich angesichts meines Hobbys in der Vergangenheit immer wieder nachdenkliche bis verständnislose Blicke geerntet – als stünde jemand, der freiwillig läuft, an der Schwelle zum Wahnsinn. Nach dem Motto: Wieso tut man sich so etwas wie einen Marathon an? Und dann erst die monatelange Vorbereitung mit so vielen Entbehrungen!
Dem kann ich entgegen setzen: Die Faszination Laufen kann nur verstehen, wer einmal diesen Virus in sich gespürt hat. Und der kann meiner Meinung nach nur dann in den Körper eindringen, wenn man sich ohne schlechtes Gewissen oder gesellschaftlichen Druck auf diese Sportart einlässt. Fehlt diese innere Überzeugung, wird man nie zum Läufer oder zur Läuferin. Woran man erkennt, dass man ein Läufer ist? Wenn man zum Beispiel nach selbst nach einem langen oder intensiven Lauf Lust verspürt, noch weiter zu laufen. Oder wenn man sich noch unter der Dusche am Liebsten schon wieder die Laufschuhe schnüren würde. Ein unbezahlbares Gefühl!
Ich richte mich an alle, die dieses Gefühl kennen und für die Laufen mehr ist als eine lästige Methode zur Gewichtsreduktion. Zugleich richte ich mich aber auch an jeden, der immer noch so denkt. Vielleicht findet er/sie ja dank dieses Blogs einen Zugang zum Laufen.
Ich hoffe, Ihr fühlt Euch hier gut unterhalten und informiert!
Marco Heibel
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