Archiv für 1. April 2013

Marathon-Vorbereitung: Wie lang darf der längste Trainingslauf sein?

Viele Läufer sind unsicher, wie lang ihr längster Trainingslauf in der Vorbereitung auf einen Marathon ausfallen sollte. Reichen 30 Kilometer? Sind 35 Kilometer optimal? Oder sollte man im Training gar die vollen 42 Kilometer laufen, wenn auch bei geringerer Intensität als im Wettkampf?

Alte Lauf-Hasen werden sich wundern, aber erstaunlich viele Marathon-Novizen glauben, dass man die kompletten 42,195 Kilometer mindestens einmal im Training laufen sollte, um sich die Form für den Wettkampf zu holen. Auf den ersten Blick mag das vielleicht noch logisch erscheinen.

42 Kilometer im Training sind kontraproduktiv

Doch bedenke: Ein Marathon stellt eine enorme Belastung für deinen Organismus dar. Gerade unerfahrene „Maratonis“ und Läufer, die eine Zeit von vier Stunden und mehr anstreben, müssten bei einem solchen „Trainingslauf“ an ihre Leistungsgrenzen gehen.

Auch der Nachhall eines solchen Laufes wäre enorm: Von einem Lauf über die Marathon-Distanz – und sei er noch so langsam – würde man sich frühestens nach mehreren Tagen erholt haben. Da man in dieser Zeit aber nicht trainieren kann, würde man auf mittelfristig sogar an Form verlieren. Anders ausgedrückt: Ein zu langer Trainingslauf als Generalprobe ist kontraproduktiv.

Die richtige Streckenlänge finden

Wer „nur“ ankommen möchte oder eine Zeit im Bereich von knapp 4:00 Stunden anstrebt, sollte eine Handvoll Läufe über 25 Kilometer und mehr einplanen. Davon sollte wenigstens einer über 30 Kilometer gehen, und zwar in der zweit- oder drittletzten Woche vor dem Wettkampftag.

Die finalen zwölf Kilometer sparst du dir für den Wettkampf auf. Wer in der Vorbereitung „ehrlich“ trainiert hat, den Marathon langsam genug angeht ist und notfalls auch bereit ist, auf dem letzten Streckenviertel ein wenig Tempo rauszunehmen, wird mit dem nötigen Adrenalin und der Unterstützung der Zuschauer ziemlich sicher das Ziel erreichen.

Wer eine Zeit von 3:00 bis 3:45 Stunden anstrebt, sollte mehrfach über die 30-Kilometer-Grenze hinweg laufen, aber nicht weiter als 33 bis 35 Kilometer. Auch hier solltest du dir die letzten Kilometer für den Tag X aufheben.

„Run and Bike“ für die Extra-Ausdauer

Wer dennoch seine Ausdauer auf Wettkampf-Niveau bringen möchte, kann unmittelbar nach einem 35-Kilometer-Lauf noch einmal auf sein Fahrrad steigen und bei lockerer Intensität weitere 45 bis 60 Minuten lang radeln. Dadurch trainierst du deine Ausdauer weiter, entlastest aber deine Gelenke und verringerst den “Schaden“, den das Weiterlaufen auf den Körper ausgeübt hätte. Denn machen wir uns nichts vor: Das Training für einen Marathonlauf mag durchaus gesund sein, ein Marathonlauf selber ist es nicht.