Archiv für 1. Februar 2012

Läuferschmerz: Was tun bei Achillessehnenbeschwerden?

Achillessehnenbeschwerden sind vielen Läufern besser bekannt, als ihnen lieb ist. Doch wie vermeidet man diese typische Laufverletzung, und was kann man tun, wenn die Beschwerden einmal da sind?

Der Fachbegriff für Beschwerden an der Achillessehne heißt „Achillodynie“. Rund jeder vierte Läufer war schon einmal davon betroffen. Die Schmerzen treten vor allem am Ansatz der Achillessehne am Fersenbein auf. Ignoriert man die Beschwerden und trainiert einfach weiter, riskiert man, dass die akuten Schmerzen chronisch werden. Und das gilt es um jeden Preis zu vermeiden.

Vorbeugen: Laufpensum nur sehr langsam steigern

Vor allem Laufanfänger und Aktive, die ihr Pensum in kurzer Zeit deutlich erhöht haben, klagen über Achillessehnenbeschwerden beim Training oder in den ersten Stunden nach der Belastung. Aber auch Jogger, die vom Fersenlauf auf den Mittel- oder Vorfußlauf umstellen, haben des Öfteren mit Schmerzen im Bereich der Achillessehne zu kämpfen.

Deswegen solltet du dein Pensum immer nur sehr langsam steigern. Einen besseren Schutz vor Überlastungen und Fehlbelastungen gibt es nicht. Beim ersten Anzeichen der Beschwerden kann schon ein zusätzlicher trainingsfreier Tag ausreichen. Bei der Umstellung des Laufstils solltest du nicht von jetzt auf gleich vom Fersen- auf den Mittel- oder Vorfußlauf wechseln. Sieh lieber zu, dass Du beispielsweise in einem einstündigen Lauf im Wechsel je 5 Minuten mit der Ferse (wie bislang) und dann mit dem Vorfuß oder Mittelfuß aufsetzt.

Präventiv: Dehnen der Wadenmuskulatur

An trainingsfreien Tagen und nach lockeren Läufen (nach denen die Achillessehne nicht zwickt!) solltest du die Wadenmuskulatur und die Achillessehne dehnen. Besonders gut eignet sich hierfür das Dehnen auf einer Treppenstufe. Stellen dich mit beiden Füßen barfuß auf eine Stufe, die Fersen sind in der Luft. Tipp: Stütze Dich mit den Händen leicht am Geländer ab. Hebe nun deinen Körper aus den Zehenspitzen heraus an, halte die Position drei Sekunden lang und lasse dann die Ferse so weit ab, dass sie die Linie zur Treppenstufe unterschreitet. Du spüren nun ein Ziehen in der Wadenmuskulatur und am Achillessehnenansatz. Halten Sie diese Position für 10 bis 15 Sekunden. Wichtig: Nur so weit ablassen, dass Du ein leichtes Ziehen verspürst.

Wiederhole diese Dehnübung über Wochen und Monate regelmäßig. In Kombination mit einer behutsamen Steigerung des Trainingspensums solltest du deine Probleme in den Griff bekommen. Funktioniert das jedoch nicht, solltest Du einen Sportarzt konsultieren.

Salben und Einlagen

Der Mediziner dürfte dir zunächst zu einer Trainingspause raten und dir entzündungshemmende Salben oder Tabletten gegen die Beschwerden verschreiben. Doch dir muss klar sein, dass diese Medikamente nur die Symptome, aber nicht die Ursachen bekämpfen. Sind die Beschwerden nicht mehr als die Folge einer zu hohen Belastung, kann diese Therapie helfen. Doch wenn du beispielsweise eine Fehlstellung aufweist, durch die die Achillessehne stark belastet wird, kommen auch die Beschwerden früher oder später wieder.

Dann kann ein Besuch beim Orthopäden oder Orthopädie-Schuhmacher helfen. Sollte eine Fehlbelastung tatsächlich der Grund sein, kann eine individuell angepasste orthopädische Einlage die Lösung sein.